Ostern … als Fest der Frühlingskräuter

3 mal 3 ist 9 – Genau! Doch was hat das mit Ostern und den Frühlingskräutern zu tun? Nun, da gibt es einen engen Zusammenhang.

9 wird als magische Zahl betrachtet. Das Drei-mal-Drei steht für die Trinität aus Körper, Geist und Seele. Und diese Trinität kannten bereits die alten Germanen. Übrigens auch der Ausspruch – “Ach, du grüne Neune” – beruht darauf.

Die Neun – war als magische Zahl den Pflanzengeistern gewidmet. Eine spirituelle Wertschätzung für die Natur. Für die aufkeimende Vegetation, die nährt und heilt. Zu Ehren dieser magischen Zahl wurde die erste Frühlingsspeise benannt: Die Neun-Kräuter-Suppe.

Die Zahl 9 ergibt sich aus 3 mal 3.
Die “3” steht für die Trinität aus Körper, Geist und Seele.

Das Ende der dunklen Wintermonate wurde mit einem großen Frühlingsfest gefeiert. Dieses Fest fand rund um den Frühlingsvollmond statt und wurde mit einer Speise aus 9 Kräutern begleitet. Es war üblich, diese Neun-Kräuter-Suppe über einen längeren Zeitraum hindurch zu sich zu nehmen. Man gierte richtig nach den ersten frischen Pflanzen, die nach der langen Winterzeit Vitamine, Mineralstoffe und Lebensenergie brachten. Die Sehnsucht nach frischem Grün war groß.

Die Suppe selbst darf man sich auch nicht als Suppe wie wir sie heute kennen vorstellen, sie war eher breiartig und dicklich. Kräftig und gehaltvoll. Der Hintergrund beruht darauf – dass man den Körper auf die kräftige Nahrung der kommenden Saison vorbereiten wollte. Dafür bedurfte es – so sah man das bereits vor tausenden Jahren – das zähe Phlegma der Winterzeit auszuleiten. Die Natur gibt uns genau zum richtigen Zeitpunkt, das was der Organismus benötigt. Wir sind einfach ein Teil der Natur

Die Neun-Kräuter-Suppe als Detox der alten Europäer.

Welche Wildpflanzen sich tatsächlich in der Suppe befanden ist nicht genau überliefert. Zu variantenreich ist die Vegetation. Abhängig von Ort und Lage wurden verschiedenste Wildkräuter für die Speise verwendet.

Die würzige Gundelrebe und die starke Brennnessel waren sicherlich mit dabei -beides sehr verehrte Pflanzen der alten Germanen. Und dann ein weiteres buntes Potpourri verschiedenster Kräuter.

  1. Gundelrebe – wirkt entzündungshemmend im Magen-Darm-Bereich
  2. Brennnesseln – stimulieren die Ausleitung und haben eine stark reinigende Wirkung
  3. Schafgarbe – hat neben der entzündungshemmenden und blutungswidrigen Eigenschaften einen großen symbolischen Charakter. Schafgarbe steht für Schutz und Kraft bei großen Veränderungen. >>> Schafgarbe schmeckt stark bitter – eher eine kleine Handvoll davon verwenden.
  4. Löwenzahn – reinigend und eröffnend. Die zarten Blätter vertreiben die Frühjahrsmüdigkeit und die Blüten sorgen für gute Laune.
  5. Gänseblümchen – stärken das Immunsystem und aktivieren die Schleimhäute
  6. Giersch – vitalisiert den ganzen Körper
  7. Vogelmiere – schmeckt nach frischen Erbsen und Mais und lindert die Frühjahrsmüdigkeit
  8. Taubnessel – wirkt schleimlösend bei Atemwegserkrankungen
  9. Bärlauch – weckt den Bären in Dir 😉

Rezepte für diese grüne Suppe gibt es viele. Mit Rahm, Obers, Kartoffeln und einer leichten Einbrenn. Hier eine Rezeptinspiration.

Rezept: Neun – Kräuter – Suppe

  • 9 Handvoll 9 verschiedener Wald- und Wiesenkräuter (z. B. Brennnessel, Gundelrebe, Giersch, Gänseblümchen, Schafgarbe, Taubnessel, Löwenzahn, Vogelmiere, Spitzwegerich, Knoblauchrauke
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • 1 EL Dinkelmehl
  • 150-200 g Knollensellerie oder Erdäpfel, geschält (oder anderes Wurzelgemüse)
  • 1 Liter klare Gemüsesuppe
  • 2-3 EL Sauerrahm
  • 1 Eidotter
  • Salz, Pfeffer, Muskat und 1-2 Spritzer Zitronensaftetwas frisch gerieben Kren

Zwiebel fein hacken, in etwas Olivenöl glasig dünsten, mit Dinkelmehl stauben, kurz anschwitzen und mit klarer Gemüsesuppe aufgießen. Sellerie bzw. Erdäpfel in Stücke schneiden, in die Suppe geben und unter Rühren bei mittlerer Hitze köcheln lassen bzw. bis das Gemüse weich ist. Die gehackten Kräuter zugeben, Suppe pürieren und mit Sauerrahm und Eidotter verfeinern. Nochmals mixen und mit Salz, Pfeffer, Muskat und Zitronensaft abschmecken. Mit frisch geriebenem Kren und einigen Gänseblümchen bestreuen und sofort servieren.

Als Einlage passt beispielsweise Feta oder ein pochiertes Ei. Und natürlich Blüten: Gänseblümchen, Veilchen, Löwenzahn, …

Guten Appetit, lass dir die grüne Suppe schmecken!

Auf dieser sinnvollen und liebgewonnen Tradition beruht der bekannte Creme-Spinat, den wir zu Gründonnerstag so schätzen. Die Neun-Kräuter-Suppe hingegen ist die ursprünglichere Version.

Ostern zählt daher zu den sogenannten beweglichen Festen. Es richtet sich nach dem Mond. Ostern ist immer am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. >> Frühlingsvollmond fällt heuer auf den 8. April.

Ich hoffe du nimmst die Inspiration der Neunkräutersuppe auf und bereitest sie heuer statt des Creme-Spinats zu.

#stayathome – Wenn du zur Zeit keine Möglichkeit hast Wildkräuter zu sammeln kannst du auch Küchenkräuter verwenden: z. B. Petersilie, Basilikum, Majoran, Thymian. Teilweise gibt es noch Bärlauch in Geschäften zu kaufen. Ganz fein ist auch das Grün der frischen Radieschen, der Frühlingskarotten und von Kohlrabi. Und natürlich ist auch frischer Blattspinat eine tolle Möglichkeit. Auch Vogerlsalat kannst du dafür verwenden. Eine Handvoll selbst gezüchteter Sprossen ist ebenso willkommen. Nimm eine grüne Mischung aus NEUN und lass Dir die Suppe gut schmecken.

Ich wünsch dir Frohe Ostern … die heuer ganz besonders anders sind.

Herzlichst Michi

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