Erdbeeeeeerzeit …Ananastime ;)

Grandios. Spät aber doch, sind nun – Anfang Juni – die Erdbeeren reif. So süß und fruchtig. So schmecken sie! I love it <3

Die eigenen Erdbeeren sind die besten. Klar. Überall auf der Terrasse stehen Töpfe mit Erdbeerpflanzerln. Seit Mai warte ich auf die großen Erdbeeren und die kleinen Walderdbeeren. Den ganzen Sommer über kann genascht werden. Auch meine Schildkröte liebt sie. Hin und wieder bekommt er – Fernando – eine kleine süße rote Leckerei.

Doch was hat es mit der Erdbeere auf sich? Warum ist jeder begeistert? Wirklich jeder? Nein es gibt auch Erdbeerallergiker – denen tut die Frucht gar nicht gut.

Apropos Frucht. Da ist schon der Haken. Frucht ja, aber definitiv kein Obst, keine Beere. Die Erdbeere ist eine Unterfamilie der Rosengewächse, daher harmoniert sie auch geschmacklich wunderbar mit Rosen.

Die Frucht – eine Scheinfrucht – zählt aus botanischer Sicht zu den Sammelnussfrüchten. Die Samen sind die kleinen Nüsschen, die auf der Oberfläche der roten Frucht aufliegen.

Wenn der Genuss von Erdbeeren Ausschlag, Nießattacken oder ein Anschwellen der Zunge verursacht, betrifft das oft Menschen die auch an einer Nussallergie leiden. Sie reagieren meist auch auf die kleinen winzigen Samen der Erdbeere. Eine Erdbeerallergie ist meist auch durch eine Kreuzallergie ausgelöst. Speziell Birkenpollenallergiker können auf Erdbeeren reagieren. Eine weitere Möglichkeit ist die Reaktion auf Schimmel. Empfindliche Personen reagieren sofort oder auch zeitversetzt. Die bodennah wachsenden Erdbeeren haben oft Schimmelsporen – daher gut gewaschen und frisch, ganz frisch genießen.

Meine Oma liebte Ananas. Das irritiert vielleicht, doch sie meinte damit die roten Gartenerdbeeren. Kluge Frau! Scheinbar wusste sie den lateinischen Namen. … im Osten Österreichs wird landläufig immer noch Ananas zur Gartenerdbeere gesagt.

Die Früchte die wir heute als Gartenerdbeere (lat. Fragaria ananassa) – schätzen, entstand im 18. Jahrhundert aus der Kreuzung einer chilenischen und einer amerikanischen Sorte. Wirklich heimisch, sind nur die Walderdbeeren (lat. Fragaria Vesca).

Ernährungswissenschaftlich gesehen, sind die roten Früchte wahre Vitamin- und Nährstoffbomben. Sie enthalten sehr viel Vitamin C, Folat, Mangan, Eisen und Kalium.

Die TEM schätzt die Erdbeeren als erste, frische Frühlingsfrucht und die Blätter der Walderdbeeren.

Vorweg noch ein kurzer Abstecher zu Hildegard von Bingen: Sie kategorisierte die Erdbeere zu den sogenannten Küchengiften. Sie meinte: “Die Erdbeeren verursachen gleichsam einen Schleim im Menschen, der sie isst, und sie taugen weder dem gesunden noch dem kranken Menschen zum Essen, weil sie nahe an der Erde wachsen und weil sie sogar in fauliger Luft wachsen.”

Anmerken möchte ich hier, dass Hildegard von Bingen 1098-1179 lebte und die süß-säuerlichen Gartenerdbeeren nicht kannte. Sie beschrieb die Walderdbeeren. Und hier weiß man, dass in der Volksmedizin vorwiegend die Blätter genutzt wurden. Ein weiterer Aspekt – den ich noch nicht erwähnte ist, dass der Erdbeere eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt wird. Und das ist, einer Ordensfrau im Mittelalter sicherlich nicht schicklich gewesen.

Also. Bedenkt man die heute bekannte Erdbeerallergie und die phlegmafördernde Wirkung (siehe weiter unten) – könnte man meinen: “Hatte ja nicht Unrecht, die Hildegard.” Doch das sollte uns keineswegs davon abhalten die süßen Früchte zu naschen: Jeder seiner eigenen Konstitution zuträglich, zur Saison und dann wenn sie am besten schmecken. Biologisch & sonnengereift!

Erdbeeren mit den Kelchblättern gut waschen – so dringt weniger Feuchtigkeit in die Früchte ein.

Nun zurück wieder zur TEM:
Die Früchte wirken kalt im 1. Grad und trocken im 1.-2. Grad.

Durch die erfrischenden, kühlenden Eigenschaften sind Erdbeeren pur genossen perfekt für Sanguiniker und Choleriker geeignet. Und genial im Sommer! Sie wirken herzstärkend und dämpfen Überreizungen. Aufpassen sollte der Phlegmatiker oder wenn man sich in einem phlegmatischen Überschuss befindet. Erdbeeren mehren das Phlegma! Sie sind nährend, kräftig befeuchtend und stärken den Magen. Die erfrischend, kühlende Wirkung kühlt speziell eine hitzige Leber und einen hitzigen Magen.

Doch nicht nur die Früchte werden genossen – das ist eher eine Erscheinung der “Neuen Welt”. In der Volksmedizin schätzt man vor allem die Blätter, die Blätter der Walderdbeeren. Ein Tee mit getrockneten Erdbeerblättern unterstützt die Blut- bzw. Gewebereinigung im Frühjahr, wirkt harntreibend und durch die adstringierende Wirkung hilft ein Tee – speziell eine Mischung von Himbeer- und Erdbeerblättern – auch bei Durchfallerkrankungen.

Und hast du nun Lust bekommen? Fein, dann nichts wie raus – aufs Erdbeerfeld.

Im nächsten Artikel findest du ein Rezept für fruchtig-süßen Erdbeersenf… muss ja nicht immer Marmelade sein 😉.

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