Bitter … weckt die Lebenskraft

Süß – scharf – sauer – salzig. Welche Lebensmittel hast du geschmacklich neu entdeckt? Der Sommer hat so viel zu bieten für diese Geschmäcker. Süß wie Marillen. Scharf wie Pfefferoni. Sauer wie die Stachelbeeren. Salzig wie die Wiesenkräuter. Nun, es ist einige Zeit vergangen seit ich dich auf den Geschmack gebracht habe – jetzt ist es an der Zeit dem bitteren Geschmack auf die Spur zu kommen.

Hat es dich gewundert, warum bitter nicht bei den Haupt-Geschmackrichtungen vorkommt?

Sobald man sich mit Geschmäckern beschäftigt kommt immer bitter ins Spiel. Bitter mag kaum jemand – aber es ist als eine besonders „gesunde“ Geschmacksrichtung bekannt. Bitter zu dies. Bitter zu das. Überall sollen Bitterstoffe vorkommen.

Was meinst du dazu? Wie gefällt – wie schmeckt – dir der bittere Geschmack?

Bei bitter verziehen die meisten den Mund. Bitter wird als unangenehm wahrgenommen. Und dennoch ist der bittere Geschmack notwendig. Er hilft uns zu überleben. Bitter versetzt uns in Alarmbereitschaft.

Bitter bedeutet in erster Linie: oh, das kann giftig sein.  

In der TEM sehen wir bitter daher als eine therapeutische Geschmacksrichtung an, und daher muss bitter nicht zwangsläufig in jeder Speise vorkommen, – aber es kann. Bitter weckt die Lebensgeister. Giftstoffe kurbeln die Leber – unser Entgiftungsorgan an. Und genau diese angeborene Funktion nutzen wir mit bitteren Lebensmitteln. Immer dann, wenn die Leber aktiviert werden soll, greifen wir zum bitteren Geschmack.

Du hast dich heute wiedermal zu süß, zu fett, zu salzig ernährt. Deine Verdauung ist überlastet. Du ernährst dich nicht nach deinem Temperament. Nun genau dann sollte der bittere Geschmack nicht fehlen. Immer dann, wenn du mal das Gleichgewicht in der Ernährung verloren hast, genau dann sind Bitterstoffe eine Wohltat für den Stoffwechsel.  

Auch wenn – da es der Mainstream verlangt – der bittere Geschmack aus vielen Gemüsen herausgezüchtet wurde, gibt es noch genügend Lebensmittel mit vorwiegend bitterem Geschmack: Bittersalate. Artischocke. Hirse. Kakao. Die Schale von Zitrusfrüchten. Wildkräuter. Usw. Und dann sind da noch Kaffee, Bier und Wermut.

Bitterer Geschmack spricht aber nicht nur die Leber an. Auch die Schleimhäute und das Venensystem reagieren auf bitter mit gesteigerter Produktion. Die Spannkraft der Muskelfasern wird gestärkt. Der Tonus des Magens und des Herzens erhöht sich. Der Körper strafft sich, bäumt sich auf – er will überleben.

Kaffee ca. 30 Minuten vor der Mahlzeit – wäre wesentlich sinnvoller, als nach einem opulenten Essen.

Du stellst deine Ernährung um? Beginne mit einem Bittertag! Der Bittertag aktiviert den Geist, die Leber, das Verdauungsfeuer und das Phlegma. Durch die Aktivierung der Schleimhäute werden reizende Stoffe besser abgeführt – Cholera wird ausgeschieden – du kühlst dich.

Bitter ist besonders warm und trocken.
Bitter erzeugt Hitze. Dein Körper kühlt sich.

Davon profitiert das cholerische Temperament. Es benötigt bitter. Unbedingt. Es kühlt und temperiert es. Doch auch Melancholiker, Phlegmatiker und Sanguiniker kommen nicht um den bitteren Geschmack herum.

Bitter hat eine enorme Wirkung auf den Stoffwechsel – langsam, aber subtil. Daher wohldosiert einsetzen. Nicht im Übermaß – aber auch nicht bewusst meiden.

Streue ein paar Löwenzahnblätter über den Salat.  Röhrlsalat, ist ein wunderbares Beispiel: Erdäpfelsalat wird mit Löwenzahnblättern verfeinert. Eine traditionelle und vor allem sehr schlaue Methode, um dem eher phlegmatisch-kühlenden Kartoffelsalat besser verwerten zu können. 

Einen weiteren sehr interessanten Aspekt habe ich vor kurzem in einem Blogbeitrag gelesen. Bitter soll auch die Vitaminversorgung speziell Vitamin B-12 verbessern: Liest mal bei Bettina Halbach rein.

Und auf die Schnelle: bereite dir einen frischen Brennnesseltee zu. Und gib noch 2 bis 3 Blätter der Schafgarbe dazu: ein richtiger Bitterbooster 😀

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3 Antworten auf „Bitter … weckt die Lebenskraft“

  1. Liebe Michaela,
    ich finde deinen Beitrag “Bitter weckt die Lebenskraft” wirklich sehr gelungen, vielen lieben Dank dass mein Blog “Bitterstoffe und Vitamin B12” dich inspirierte, ihn zu schreiben: Das freut mich.

    Von einem Bittertag und wie ich ihn gestalten kann, lese ich das erste Mal, auch von der Idee, dass man Kaffee besser 1/2 stunde vor als nach dem Essen trinken sollte. Oder die Kombi Brennessel und Schafgarbe.

    Gerne setzte ich einige deiner Anregungen in meinem Ernährungsalltag um!

    Liebe Grüße
    Bettina

  2. Liebe Michi,
    immer wieder werde ich von dir erinnert, dass ich Bitterstoffe nicht vergessen soll und dafür bin ich dir dankbar. Ein sehr interessanter, aufschlussreicher Beitrag. Am Donnerstag kaufe ich immer beim Bio- Bauer ein und werde bewusst etwas wählen, das Bitterstoffe enthält. Meine Leber wird wir’s danken!!!

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